“You have to beat them, when they are young”
Am 05.02. trat Wedel III auswärts bei Schwarz-Weiß Harburg III zur dritten Runde der HMM 2026 in der Kreisklasse B an. Die Harburger ließen an den Brettern fünf bis acht ihren Nachwuchs ran und so konnte beispielsweise am sechsten Brett ein Altersunterschied der Spieler von ca. 70 Jahren bewundert werden. Einen spielerischen Unterschied konnte ich erstmal nicht erkennen. Der Weltklassespieler Levon Aronian meinte in einem Interview mal: „…you have to beat them, while they’re young” [siehe: https://www.youtube.com/watch?v=BR4zogsG19k ; Minute 2:46], was wir uns zu Herzen nahmen. Dieses Mal gewannen wir gegen Harburg III mit 6:2, aber man muss kein großer Prophet sein, um vorherzusagen, dass sich das schon im nächsten Jahr ändern kann.
Auf Mischa und John mussten wir dieses Mal verzichten, freuten uns aber darüber, dass Martin nach langer Wettkampfspause wieder am Brett war und Klimienti sein erstes Spiel als Reservespieler für uns bestritt.
Während ich mich noch krampfhaft, aber erfolglos, daran versuchte mich an die richtige Zugreihenfolge gegen die Skandinavische Eröffnung zu erinnern, meldete Sarmad bereits Vollzug. Sarmad nutze die Eröffnungsfehler seines Gegners konsequent aus, gewann im 11. Zug die gegnerische Dame (für Springer, Turm und bessere Stellung) und ließ nichts mehr anbrennen.
Klimenti baute mit seinem ersten Sieg – es mögen viele weitere folgen - für die Schachfreunde Wedel unsere Führung aus, bevor Friedhelm seine Sympathie für Jungendspieler zeigte und seinen König umlegte. Wie genau seine Niederlage geschah, habe ich nicht mitbekommen. Eben so wenig, wie das sich anschließende Unentschieden von Gerd, der ein Remisangebot seines Gegners um den 30. Zug herum dankend annahm. Wie die Partieanalyse offenbart, hätte Gerd mit einer Taktik im 21. Zug eine Figur gewinnen können. Aber manchmal übersieht man so etwas halt (Spoileralert: Passierte Ralfs Gegner auch)
Im Generationenduell an Brett sechs wogte es derweil hin und her und ich beschloss den Dingen ohne weitere Beobachtung ihren Lauf nehmen zu lassen. An Brett vier stand Michael besser, konnte seine Vorteil aber nicht verwerten und die Spieler einigten sich auf je einen halben Punkt. Am grünen Tisch wurde diese Partie nachträglich als gewonnen für uns gewertet, da nach §17 der Turnierordnung die Partie genullt wurde, da die Aufstellung geändert wurde. Was war passiert? Der Mannschaftsführer der Harburger war so nett die Aufstellung seiner Mannschaft auf beiden Spielberichtskarten einzutragen. Dabei unterlief ihm der Fehler die Ranglistennummer 24 einzutragen, obwohl tatsächlich die Ranglistennummer 25 am Brett saß. Wie noch zu zeigen sein wird, hatte das glücklicherweise keinen ernst zu nehmenden Einfluss auf das Endergebnis.
Beim Stand von drei zu eins für uns debattierte Brett eins ein ungleichfarbiges Läuferendspiel plus Turm für jede Seite, aber mit einem Mehrbauern für uns. An Brett zwei hatte ich Martin eine Gewinnstellung erarbeitet und an Brett sechs nahmen die Dinge einen für uns günstigen Verlauf.
Durch einen groben Fehlzug wurde Brett ein für uns entschieden. Ich hatte in der Eröffnung die Varianten gegen Skandinavisch gemischt, was nie eine gute Idee ist, dann einen Bauern gewonnen, nur um kurze Zeit später einen groben Patzer einzubauen, der aber glücklicherweise von meinem Gegner nicht entdeckt wurde. Im 32. Zug hätte Ralfs Gegner eine Figur gewinnen können. Das war nicht ganz offensichtlich, aber durchaus findbar, zumal ein ähnliches Motiv seit dem 28. Zug in der Luft lag.
Johannes gewann letztlich deutlich und auch Martin brachte seine Partie sicher nach Hause; seinen weit vorgerückten verbundenen Freibauern war kein Kraut gewachsen.
| SW Harburg III | 1,5 | - | 6,5 | Wedel III |
|---|---|---|---|---|
| Ondera | 0 | : | 1 | Toepfer |
| Köhler | 0 | : | 1 | Jarke |
| Max | 0,5 | : | 0,5 | Reinecke |
| Mohan | 0,5* | : | 0,5 | Scheinpflug |
| Mrotzek, C. | 0 | : | 1 | Asir |
| Moosmann | 0 | : | 1 | March |
| Karhikeyan, S | 1 | : | 0 | Michalke |
| Karhikeyan, N | 0 | : | 1 | Pfeifer |
- Die Partie wurde nach § 17 TO genullt, da die Aufstellung geändert wurde.
Statt des an den Brettern erspielten 2:6 ging es also aufgrund des oben geschilderten Fehlers beim Ausfüllen der Spielberichtskarten 1,5-6,5 aus. Am 24.02. spielen wir gegen die unangefochtenen Spitzenreiter der Kreisklasse B, Barmbek V, zu Hause im „mittendrin“.