Zwei Spiele, zwei Siege in sechs Tagen für die Erste der Schachfreunde

Zwei Spiele, zwei Siege in sechs Tagen für die Erste der Schachfreunde

Innerhalb von sechs Tagen hat unsere erste Mannschaft am 27.01. auswärts gegen Blankenese III und am 03.02. zuhause gegen Pinneberg II gespielt und jeweils gewonnen.

Den Sieg in Blankenese in der zweiten Runde mit 4,5 : 3,5 muss man als glücklich betrachten. Es fing damit an, dass ich am fünften Brett hautnah miterleben durfte, wie Jürgen Nikodem am sechsten Brett gegen Bahaa Hashem mit seiner schwarzen Dame auf b2 eindrang und dann auch den Turm nahm - nur war die Dame etwas einsam und daher auch alsbald weg. Jürgen wehrte sich noch ein paar Züge und gab dann auf. Ich selbst gegen Valeriya Kotyk konnte zuerst einen Bauern gewinnen, spielte dann aber konsequenten Mist und war froh, dass Valeriya mein Remisangebot annahm - die Stellung gab ausschließlich ihr Gewinnchancen. Die übrigen Partien standen ausgeglichen bis unangenehm.

Dann kam es aber zu zwei überraschenden Fehlzügen am zweiten und am dritten Brett zu unseren Gunsten. Christian Neller gewann gegen Michael Gutschmidt überraschend eine Figur (so erinner ich), und Henning Neu gewann aus einer klar verlorenen Stellung nach einem bösen Fehlgriff von Armando Bermudez Martinez. Zweifaches Glück für uns und eine 2,5 zu 1,5 Führung.

Unsere Hoffnungen lagen dann bei Victor am ersten Brett gegen Wolfgang Engelhardt sowie bei unserem Mannschaftsführer Torsten Hinze am achten Brett. Die beiden anderen Bretter standen schlecht. Milan Adamovic am vierten Brett wurde von Volker Schilling mit Schwarz quasi zertrümmert, ich weiß nicht was da konkret passiert ist. Und Shah überzog seine Stellung, lehnte Remis ab und verlor gegen ein sehr starkes Läuferpaar. Torsten hingegen konnte gewinnen. In der letzten laufenden Partie - entscheidend beim Stand von 3,5 zu 3,5 - gelang es Victor Wolfgang Engelhardt strategisch nieder zu ringen, und um 22:30 Uhr konnte Torsten den Mannschaftssieg verkünden. Das hätte auch anders ausgehen können.

Aus diesem Mannschaftskampf die Partien von Victor und von Torsten. Beides sind eher strategische Partien, sehr klassisches Schach gegenüber der Dynamik, die heutzutage so oft auf dem Brett zu sehen ist. Victor zeigt uns das Spiel gegen den isolierten zurückhängenden Bauern, während Torsten die Überlegenheit von zwei Figuren über den Turm demonstriet.

Hier die Partie von Victor, von ihm kommentiert:

Und hier die von Torsten, unkommentiert:

Unser Sieg in der dritten Runde gegen Pinneberg II fiel mit 6,5 : 1,5 wesentlich deutlicher aus. Schon vor Anpfiff führten wir 1:0, weil die Pinneberger nur mit sieben Spielern antraten und so Milan am vierten Brett einen freien Abend hatte.

Es folgte ein Geschenk von Wolfgang Retzlaff gegen mich am fünften Brett. In fröhlicher Entwicklungslaune stellte er als Weißer einen ungedeckten Läufer nach g5 um meinen Springer zu fesseln, was aber meinem Läufer auf c5 die Gelegenheit zum Opfer auf f2 gab. Er nahm es zwar nicht an, aber mit Bauern vorn und weißem Rochadeverlust, heißt der König blieb in der Mitte, spielte sich das wie von selbst. Ich habe es dann auch kurzfristig nach Hause gebracht. So ging es weiter. Torsten Hinze gewann gegen Andreas Borchard, Henning Neu gewann gegen Roland Schmidt, Victor Lamzin gegen Hartmut Seipel.

Ralf Töpfer willigte in ein Remis ein. Sein Spiel, erweckte viel Neugier und (heimliche) Kommentare von mir und Milan als Beobachter. Wir waren beide überzeugt Ralf habe einen durchschlagenden Angriff, aber wir haben auch keinen Ausknipser gefunden. Ralf hat jedenfalls Remis gemacht mit dem Argument er sei selbst gefährdet.

Das wildeste Spiel letzten Dienstag war auch die am längsten gespielte zwischen Shah Hotaki und Alexander Marx. Shah baut für seine Verhältnisse solide auf, brach dann aber aus und es wird wild. Der Vorteil wechselt hin und her, ein schwarzes Damenopfer garniert die scharfe Stellung, Taktik ohne Ende, am Ende ein Remis im Endspiel. Dem Spiel ist das Ergebnis angemessen. Hier ist die Partie von mir kurz kommentiert.

Nachdem die zweite und dritte Runde der ersten Mannschaft innerhalb von sechs Tagen absolviert wurde haben wir jetzt Pause bis zum 16´ten März. Dann müssen wir auswärts bei Eidelstedt antreten. Viel Pause. Mal gucken wie wir das vertragen.